Zuwachs in Helimanie-Familie: Der KDS 550 innova

Die Motivation, die Idee, die Berater, die Entscheidung

Seit Anfang Oktober 2011 war ich nun def. heliinfiziert. Die neue chronische Krankheit heißt „Helimanie“. Bald war klar, dass mein kleiner FixPitch-Heli Walkera V200D01 dieses Leiden zwar lindern, aber nicht dauerhaft in den Griff bekommen konnte. Also musste ein größerer Heli angeschafft werden. Natürlich ist das eine Investition, die gut überdacht werden will. Ein Heli der 550 oder 600 Klasse sollte es sein, da hier Ersatzteile im Falle eines Crashes noch einigermaßen erschwinglich sind und die Sichtbarkeit im Flug aufgrund der Größe eine große Vereinfachung darstellen. Ein Setup mit 12S wollte ich aber nicht, da ich für die vermutete Akku-Ladeschlacht noch nicht bereit war.

Eine ungeplante Zwischenstation meiner Helikarriere mit einem Spaßfaktor in einer Größenordnung den ich nicht erwartet hatte, war ein Weihnachtsgeschenk meiner Frau: Der BLADE 450 3D 🙂 Aber das ist eine andere Geschichte und wird auch hier bald erzählt werden.

Nach der ausführlichen Recherche im Netz und dem Wälzen von gefühlten 100 Fachzeitschriften hatte sich die Auswahl konkretisiert:

  • Einen Rex 550 hat jeder. Ich wollte gern etwas Unbekannteres ausprobieren…
  • Ein Logo wäre ein Traum, war (ist) mir aber def.  zu teuer….
  • Die Frage 550 oder 600 hat sich durch den gewünschten 6S Antrieb geklärt…

Fast zeitgleich haben mich folgende Piloten (Leidensgenossen der Helimanie) maßgeblich inspiriert:

Markus Grün hat einen der ersten Bausätze des KDS 550 erhalten und den Aufbau sehr detailliert im Bauthread auf RC-Line gepostet. Parallel erfuhr ich von Thomas (Amok), dass er bereits erfolgreich mit dem Thema Low-RPM experimentiert hat. Seine erreichten Ergebnisse fanden sofort meinen Gefallen. Aufgrund der guten Erfahrungen, die Dennis (Blogkollege und Helimentor) mit seinem KDS 450 Quiet  gemacht hatte, gab auch er mir den Hinweis, doch den KDS 550 innova aufgrund des sehr guten Preis-/Leistungsverhältnisses näher in Betracht zu ziehen. Er wusste gar nicht, dass er bereits in eine bestehende sehr tiefe Kerbe im positiven Sinne schlug 😉

Nachdem Markus Grün dann aber voll Begeisterung einen zweiten KDS 550 auf 600 gestretcht hatte, war alles klar.

 Ein KDS 550 mit Stretch auf 600 und Stockkomponenten sollte es sein!

Das geplante Setup

KDS 550 innova in der FBL Version
Antrieb: Brushless Motor: BL 5052-1200KV
Motorritzel: 14 T
Hauptzahnrad: 150 Zähne
Riemenrad: 42T
Servo: KDS Digital N680 x 3, KDS N690 x 1
BEC: KDS 8A -15A  7,4V
Brushless ESC: KDS-120A-HV
Leergewicht: ca. 1650g
Fluggewicht: ca. 3000g
Blätter: 550mm später 600mm
Empfänger: Spektrum AR7200 (mit BeastX Ver. 3.0.8) und Spektrum Satellit
Lipo ESC: Turnigy 6S / 5000 mAh / 25C / 35C Burst
Lipo BEC: Zippy 2S / 1800 mAh / 40C / 50C Burst

KDS 550-600 innova

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Baukasteninhalt und Rohbau

Der Baukasten war sauber gepackt und die entsprechenden Baugruppen passend zu den Bauphasen gebündelt. Die Qualität der Schrauben/Gewinde ist erstklassig und das CFK-Gehäuse sauber entgratet. Ein Nacharbeiten der Kanten war absolut nicht notwendig. Hier scheint KDS die ersten Hinweise ernst genommen und den Fertigungsschritt optimiert zu haben.

Was sehr positiv auffällt, ist die Stärke der CFK-Chassisplatten. Diese sind verwindungssteifer und dicker gearbeitet als z.B. bei Align T-Rex 550. Alles passt sauber (rechwinklig!) und ohne Nacharbeiten zusammen.

Insgesamt auch optisch ein Leckerbissen, da sich edles Dunkel-/Weinrot-metallic und Anthrazit auf vielen Komponenten wiederfinden, was eine tolle und stimmige Farbkombi ergibt.

Der Aufbau ging recht schnell und ohne größere Zwischenfälle von statten. Informiert mit Problemen meiner „Aufbauvorreiter“ Thomas und Markus, war ich bei den kniffligen Stellen bereits vorgewarnt. Allerdings sei jetzt schon gesagt, dass viele Problemstellen der ersten Serie bereits in meinem Baukasten überarbeitet waren. Hier scheint die Kunden-/Vertrieb-/Hersteller-Kommunikation erstklassig zu funktionieren. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass Robert (Tempohobby) in dem eigenen Forum extrem schnell, freundlich und max. kompetent Fragestellungen nicht nur auf Anregung, sondern auch pro aktiv beantwortet. Das nenne ich echte Leidenschaft kombiniert mit einem tollem Service!

Zum Aufbau möchte ich noch einmal auf den Beitrag von Markus Grün verweisen, der diesen mE erstklassig beschrieben hat.

Hinweis 1: Das Heck

Besondere Aufmerksamkeit beim Bau eines Helis muss dem Heck gewidmet werden. Das ist beim Innova nicht anders. So empfiehlt es sich, die Kugelpfannen generell zu prüfen und mit einer Ahle sauber zu reiben bzw.etwas zu weiten. Auch die Heckwelle sollte nass sauber mit 600er-Papier geschliffen und anschließend poliert werden. Besonders die Pitchbrücke belohnt dies mit Leichtgängigkeit und sofortigem Funktionieren bereits ab dem Erstflug. Der Winkel des Anlenkgestänges von der Heckrohführung zum Umlenkhebel kann problemlos realisiert werden, wenn die beiden Führungsgestänge einfach vor der Horizontalfinne (Sicht vom Chassis aus) montiert werden.

Ein Spezialtipp ist die Verwendung von Titanfett zwischen den KS-Kugelpfannen und der Kugelköpfen. Dieses besondere Fett ist speziell für den Einsatz bei Materialübergängen von Kunststoff zu Metall hergestellt und kann überdies selbstverständlich auch bei allen anderen zu fettenden Verbindungen eingesetzt werden. (Bei Bedarf einfach eine kurze Mail an mich).

Hinweis 2: Der „Riemenrollen-Pimp“ (Umlenkung Riemen)

Standardmäßig ist die Riemenrolle, welche die beiden Riemenflanken vor dem Eintritt in das Heckrohr zusammenführt, aus Kunststoff gearbeitet. Bereits beim Bau stellte sich aber schon heraus, dass diese Rollen sich als wartungsintensiv und schwergängig heraus stellen könnten. Noch vor dem Erstflug tauschte ich die Rollen gegen die Aluvariante aus. Diese dürften für sehr lange Zeit wartungsfrei bleiben.

 

Elektronik und Verkabelung

Aufgrund der günstigen Platzierung der Servos sind die Kabelwege erfreulich kurz. Sämtliche Kabel sind in schwarzen Gewebeschläuchen eingefasst und mit Schrumpfschlauch gesichert worden. Das sieht nicht nur gut aus, sondern schützt die Kabel insbesondere bei der Führung über Gehäusekanten hinweg. Dünnere Kabel (Satellit) wurden zusätzlich gesamt mit Schrumpfschlauch überzogen. Bis auf ein zu kurzes Kabel (vom ESC zur RX) sind alle notwendigen Kabel, Schrumpfschläuche und Stecker vorhanden. Bei Verwendung der Turnigy-Akkus konnten diese mit der Serienverkablung des ESC 1:1 ohne Änderungen angeschlossen werden.

Stabi und Empfänger

Aufgrund der guten Erfahrungen, die ich mit der vergleichsweise einfachen Technik meiner FBL/RX-Einheit im V200 aus dem Hause Walkera gemacht hatte, wollte ich unbedingt den brandneuen Spektrum AR7200 einsetzen. Bekannte Technik und ausgereifte Software sowie die platz- und verkablungssparende Einbaumöglichkeit haben mich sofort überzeugt. Ein DSMX Satellit war noch ungenutzt aus dem angeschafften Set meiner DX6i vorhanden und konnte die Kombination abrunden.

ESC

Der mitgelieferte ESC ist der bekannte und bewährte Hobbywingregler (siehe auch Hyde-rc.de). Keine herausragenden Ausstattungsmerkmale wie Logging oder SW-Update, aber dennoch bewährte und zuverlässige Technik mit einem mE gut funktionierenden GOV-Mode.

BEC

An der Frage der Stromversorgung der RX scheiden sich ja bekanntlich oft die Geister. Die einen wollen wenig „stöpseln“ die anderen bevorzugen die strikte Trennung zwischen Antriebs- und Empfängerversorgung. Hier muss ich sagen war ich zunächst relativ leidenschaftslos. Bei näherer Betrachtung gefiel mir aber die Vorstellung, dass  ich bei getrennter Stromversorgung Einstellarbeiten auf der Werkbank ganz entspannt durchführen kann, ohne das Risiko einzugehen, dass der Antrieb aufgrund eines unglücklichen Zufalls doch einmal ungewollt seinen Dienst aufnimmt.

Das zusätzliche Gewicht eines RX-Lipos ist mE lächerlich, wenn man sich die Power des 1200KV Motors vor Augen führt. Mein RX-Lipo wiegt knapp 110Gr. Dieser reicht ca. 8 Flüge und kann innerhalb von 15min aufgeladen werden (5C, 1800mAh). Praktisch: In meinem Hangar befinden sich nicht weniger als 7 Stück des gleichen Typs, da hiermit mein V200D01 betrieben wird.

Einstellung und Konfiguration

AR7200 (Setupmenu):

A Einbaulage flach
B Taumelscheibenservo-Ansteuerfreq. 200Hz
C Heckservo-Mittenimpuls 1520µs
D Heckservo-Ansteuerfrequenz 270Hz
F Heck-Sensorrichtung normal
H Taumelscheiben-Mischer 120°
I Taumelscheiben-Servolaufrichtung nor | inv | nor
J Einstellen des zyklischen Regelweges rot
K Einstellen des kollektiven Pitch +/- 12 Grad
M Taumelscheiben-Sensorrichtung nor | inv
N Pirouetten-Optimierungsrichtung normal

Parametermenu

Drehregler und Kreiselempfindlichkeit (Potis) auf Werkseinstellung = Mitte

B Steuerverhalten Pro
C Taumelscheiben-Aufbäumkomp. mittel
D Heck-HeadingLock-Anteil mittel
E Knüppel-Totband 2
F Heck-Drehmomentvorsteuerung aus
G Zyklisches Ansprechverhalten erhöht
H Pitch Verstärkung (PitchBoost) aus

Einstellung Sender (Spektrum DX6i)

Idle-0: 65% Regeleröffnung = ca. 1300 RPM
Idle-1: 77% Regleröffnung = ca. 2000 RPM
Pitchcurve 0-25-50-75-100 (alle Phasen)
Timer: 6 min

Video vom Erstflug (Ostersonntag 2012)

 

 

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